Archive for the ‘kaserne’ tag
Ende im Gelände
Gestern um 14 Uhr ziemlich genau ging ich das letzte mal durchs Kasernentor, und für dem Moment war ich zugegebenermaßen irgendwie ein ein bisschen überfordert mit der Situation. Ich brauchte schon erstmal einen Moment, um zu verinnerlichen, dass ich nicht schon wieder nach 2 Tagen Wochenende in die Kaserne muss mit seinen vorgeschriebenen Tagesabläufen und dem ganzen Alltagstrott. Diese 9 Monate erschienen irgendwie so endlos dass man dann mit dem Ende nicht ganz wusste wie man darauf reagieren sollte, auch wenn man noch so sehr darauf gewartet hat (klingt ja fast als seiich ausm Knast entlassen
).Meine Kameraden und ich verabschiedeten uns noch am Tor uns (fuhren dann teilweise gemeinsam) nach Hause, und so ist auch dieses “Kapitel” abgeschlossen.
Rückblindend gesehen, kann ich sagen dass ich sich gelohnt hat die 9 Monate da abzuleisten, denn es war echt ne interessante Erfahrung und Spaß machte es auch mal (aber Langeweile und Stumpfsinn kamen auch nicht zu kurz^^). Ich denke aus den 9 Monaten hab ich erfahrungstechnisch verhätlnismäßig viel rausgeholt aus meinem Wehrdienst. Ich beließ es aber auch nur bei den 9 Monaten, denn die Freizeiteinbußungen waren mir einfach zu groß und ich will ja auch noch mit meinem Studium mal anfangen.
So, das war dann mein letzter Artikel übern Bund
Wache, Wache
Der eine oder andere weiß es sicherlich schon, aber für denen, die es noch nicht wissen bzw. nur wenig davon wissen ist dieser Artikel gewidmet. Ich bin ja wie gesagt in meiner neuen Einheit in der Havellandkaserne, und da ist meine Kompanie für Wache in der nahegelegenen Hennig-von-Tresckow-Kaserne zuständig. Dass man extra ne Jägerkompanie für die Wache verwendet ist mir bisher noch etwas Fadenscheinig. Ich vermute aber dass es sich einfach besser macht, wenn das “Einsatzführungskommando der Bundeswehr” (der Verein leitet die Auslandseinsätze der Bundeswehr) von waschechten Jägern bewacht wird.
Die Woche sollte unser Zug die Wache stellen, und ich war einer der Auserwählten. Ich hatte das Vergnügen am Montag, Mittwoch und Freitag bis zum Morgen des Folgetages auf der Wache zu sein. An den Tagen dazwischen war regulär Dienst. Aber ich hab natürlich nicht 24 Stunden land am Eingang oder so stehen müssen. Ich war Teil einer 8-köpfigen-Mannschaft (sowie unsere Wachvorgesetzten) die abwechseld in Schichten am Haupttor, sowie 2 anderen Toren und der Personenschleuse (da wo Zivile Angestellte und Bauerarbeiter sich anmelden müssen) leisten.
Das klingt sicher aufregend eine solch wichtige Einrichtung der Bundeswehr zu bewachen, aber das ist es aber nicht. Na gut, einmal musste ich eine Delegation französischer Offiziere durchlassen und auch sonst rennen da viele Hohe Tiere der Bundeswehr und anderer Armeen anderer Länder (polnische, belgische, US-amerikanische und norwegische Militärs hab ich schon gesehen), aber daran gewöhnt man sich schnell. Denn ansonsten ist der Wachdienst recht öde und es kehrt recht schnell Routine ein: Als Torposten (vor allem am Haupttor) steht man sich die Beine in den Bauch, kontrolliert Truppenausweise oder sonstige Papiere und lässt dann die Fahrzeuge mit militärischen Gruß natrülich rein- bzw. rausfahren.
Der vorteil ist nur, dass man halt auch mal Pause hat, wo man in der für Kasernenverhätnisse sehr guten Kantine essen gehen kann oder einfach im Pausenraum Fernsehen gucken kann oder einfach mal Telefonieren kann
. Ansonsten ist Wache sehr Zeitintensiv, da man halt für 24 Stunden da sich aufhalten muss und unter Umständen auch mal nachts ne Schicht bekommen kann und auch sonst wenig Freizeit hat, vor allem wenn noch das Wochende drunter leidet. Wobei ich noch Glück hatte, Unser Zug musste ja die Wache von letzten Sonntag bis einschließlich gestern Stellen, und man ist immer Abwechselnd dran, und wenn man nicht Montag, Mittwoch, Freitag bekommt, dann bekommt man Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag –> zwei Wochenden im Arsch. Naja hoffen wirs, dass mich das Schicksal davor verschont^^
In diesem Sinne: Immer schön wachsam bleiben
Zuckerbrot und Peitsche – bloß Zuckerbrot ist alle!^^
Gestern war es soweit, ich kam in meine neue Einheit nach Potsdam. Dort bin ich – wie ich es mir schon bei der Musterung gewünscht habe – zu den Jägern gekommen. Dort wurde mir auch recht schnell klar: Hier weht ein härterer Wind. Wir werden mehr gehetzt und auf die Ordnung wird auch mehr Wert gelegt. Wir liegen zu acht auf Stube und wir wurden in die Stuben und sogar in die Betten eingeteilt. Nach nem Haufen Papierkram und dem Empfang neuer Ausrüstung (neben dem grünen Barret und den grünen Litzen gabs auch noch einen neuen Rucksack, eine schwarze Wollmütze und ein Kampfmesser).
Zum Auflockerung des Dienstalltages steht auch immer etwas Sport morgens und am frühen Abend kurz vor Dienstschluss an. Heute wurden wir noch in einigen Themen eingewiesen wie z.B. meiner Ausbildung zum Jäger: Ich soll an der Panzerfaust und an der Granatpistole noch ausgebildet werden (am Scharfschützengewehr und an der Panzerabwehrlenkwaffe “MILAN” ausgebildet werden, aber diese Waffen stehen nicht zu Verfügung). Des weiteren soll noch die Häuserkampfausbildung erfolgen sowie das Auf- und Absitzen beim Transportpanzer “Fuchs”. Das waren jetzt nur die wichtigsten Themen die mir gerade einfallen.
Dann gehen wir natürlich in altbekannter Bundeswehrmanier für die eine oder andere Nacht raus, das erste mal schon im Januar wenn ich mich nicht irre.
Ob ich weitere Artikel in den nächsten Wochen und Monaten schreiben werde, weiß ich noch nicht, da es wahrscheinlich so viele Erlebnisse dort sein werden, dass ich mit dem Schreiben wohl möglich garnicht mehr hinterherkommen könnte. Außerdem weiß ich noch garnicht, ob ich jeden Tag Zuhause schlafen werde. Grundsätzlich ist das möglich, aber bei meinem Dienstalltag und der Zeit die ich bis in meine Kaserne brauche kann es auch sein, dass ich unter der Woche dort bleiben werde, zumal ich Heimfahrten unter der Woche (die am Wochenende nicht) aus eigener Tasche finanzieren muss.
Jetzt hab ich erstmal Urlaub bis einschließlich den 1.1.2008 und freue mich dass ich keine Sonderschicht (Gefreiter vom Dienst) in den nächsten Tagen schieben muss, so wie einige Kameraden von mir es auch zu Weihnachten, Silvester und Neujahr tun müssen.
In diesem Sinne: Frohes Fest und guten Rutsch an die Leserschaft
Durchfall = Durchfall?
Wie im letzten Artikel ging diese Woche raus zum Biwak, allerdings nur für zwo Nächte und nicht irrtümlicherweise drei Nächte. Naja wie dem auch sei, wir wurden erstmal mitm Bus zum Truppenübungsplatz kutschiert^^ Marschieren mussten wir dann nur noch ein kleines Stück, weil der Bus nicht nahe genug an die Stelle wo wir unsere Lager aufschlagen, heranfahren konnte.
Das Wetter spielte auch mit, sodass wir unsere Zelte auch aufbauen konnten und auch im wahrsten Sinne des Wortes uns unser eigenes Süppchen kochen konnten. Damit war auch der erste Tag gelaufen. Diese Nacht mussten wir aber auch Streife Laufen, und ich hatte das Vergnügen das mit nem Kamerdan zwo Stunden lang zu machen, was sich als recht abenteuerlich gestaltete, da es einerseits dunkel war, und wir den Weg auch nicht genau wussten. Und währenddessen sollten wir Lagerfeuer kontrollieren und Alarmposten ebenfalls.
Am nächsten Tag standen Übungen wie Streife laufen und geleiteter Feuerkampf an (so ein MG3 macht schon ne Menge Krach^^). Zwischenzeitlich verrichtete dich dann mal eine Größere Notdurft auf den Dixi-Klos, was sich dann als etwas flüssige Angelenheit gestaltete. Ich dachte mir aber nix weiter dabei, und ging wieder zurück zum Platz der Gruppe. Später fragte ein Kamerad unseren Ausbilder, wie es denn sei wenn man während des Alarmpostens auf Klo müsse. Er sagte uns dass man durchhalten solle, aber dann erwähnten wir ohne Hintergedanken dass wir da gewisse Probleme mit der Verdauung haben.
Irgendwann später hieß es dann, es sollen sich alle Mit Durchfall und der gleichen beim Zugführer melden. Ich stopfte noch schnell meine kamera und meine Kulturtasche in die ABC-Tasche (Zelt, Schlafsack und Rücksack blieben vor Ort) Dort angkommen meinem Kameraden, musste er noch n anderen Kameraden holen. Ich hatte das Vergnügen beim Zugführerlager zu warten, deren Alberheiten am Funkgeräten zu lauschen und massenhaft Leuchtkugeln zu bestaunen die der andere Zug in der Ferne bei einer Übung abfeuerte. Dann hieß es aufsitzen und zurück in die Kaserne. Dort konnten wir noch schnell unsere Koppel und unseren Helm ablegen, und dann gings auch schon in ein ziviles Krankenhaus. Das war so um 21 Uhr, und war eingepackt wie ein Michelin-Männchen (mit Käteschutzhose, Käteschutzjacke und dann noch Nässeschutzhose und -jacke) und dann noch Tarnschminke im Gesicht. Im Krankenhaus durfte wurden dann meine Personalien aufgenommen (und nebenbei machte sich die Arztin über mein Aussehen lustig), und dann durfte ich n weilchen warten. Da ich aber so dick eingepackt war und geschwitzt hab und sowieso noch totalen durst hatte, hab ich erstmal den Wasserspender gestürmt und so hastig getrunken, dass mir das Wasser am Hals runterlief^^.
Die Behandlung an sich war dann sehr unspektakulär: Ich erzählte was los und nebenbei wurde mein Blutdruck gemessen. Der Arzt schrieb alles auf einen Zettel und das wars dann schon. Allerdings musste ein Kamerad ausm anderen Zug im Krankenhaus bleiben weil seine Blutwerte nicht in Ordnung waren. Also rief mein Kamerad den Hauptgefreiten an und sagte dass wir fertig sind. Allerdings gab uns der HG zu verstehen, dass wir noch warten sollen, weil noch ein Brötchen will und kacken gehen muss^^
In der Kaserne wieder angekommen, gings erstmal unter die warme Dusche und dann ins warme Bett. Am nächsten Morgen sollten sich alle kranken Kameraden im Geschäftszimmer unserer Kaserne einfinden, und dort wurden wir dann in den SanBereich einer nahe gelegen Kaserne gefahren. Dort gab ich den Wisch von Zivilarzt ab und durfte auch nochmal von meiner “Krankheit” erzählen. Ergebnis: KZH (Krank ZuHause) bis einschließlich Sonntag. Als ich meinen Kameraden in der Kaserne dies erzählte (allerdings nur denen die nicht am Biwak teilnahmen, weil das Biwak ja noch lief) waren einige verständlicherweise erstmal sauer^^. Das hielt mich aber nicht davon ab, meine Sachen zu packen und mich auf den Weg nach Hause zu machen
Ich hoffe ich falle jetzt nicht durch die AGA, nur weil ich mal einen etwas flüssigeren aber nicht weiter schlimmen Stuhlgang hatte
