Archive for the ‘gefechtsschießen’ tag
Mit der RFOR in Röhnland
Wie bereits beiläufig angekündigt, ist hier mein Artikel über den Truppenübungsplatzaufenhalt von Dienstag bis Donnerstag diese Woche. Ziel dieses Aufenthaltes war infantristische ausbildung damit ich auch die Jäger-ATN bekommen kann (ATN = Allgemeiner TauglichkeitsNachweis).
Dass unser Zugführer mehrere Male auf im Auslandseinsatz war, merkt man auch an den Ausbildungsinhalten, und so gab es am Montag erstmal eine Einsatzbesprechung: Wir wurden als Teil der RFOR (Röhnland Force) in das fiktive Land Röhnland geschickt dass seit 10 Jahren vom Bürgerkrieg geschunden ist, wo die Infrastruktur fast völlig zerstört ist und militante Hardliner versuchen die alte Ordnung wiederherzustellen. Die RFOR sollte beim Wiederaufbau des Landes helfen und nur zur selbstverteidigung kämpfen. Und unser Zug sollte ein Versorgungslager bewachen dass mit mehreren feindlichen Übergriffen zu tun hatte. So war das Szenario jedenfalls soweit ich mich erinnern konnte.
Am Dienstag ging es dann raus nach gewisser Vorbereitungszeit wurde wir auch schon in unsere Lage gesetzt, zu unserem Vorposten (ein vorgelagerte Stellung von 2 Mann besetzt) kam ein Zivilist (von nem Kameraden aus unseren Reihen inszeniert) der von bewaffneten Männern im Vor uns liegenden Wald berichtete. Die bewaffneten Männer erschienen dann auch auf der großen Freifläche vor unseren Stellungen in Form von Schützenscheiben die wir dann mit scharfer Munition unter Beschuss nahmen. Die beiden Kameraden sind vorher natürlich unter Deckungsfeuer des MGs ausgewichen. Und während ich da so in meiner Stellung lag und eine Scheibe nach der anderen abgeballert hab, kam schon Egoshooter-feeling auf
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Dieses Gefechtsschießen machten wir die ersten beiden Tage mehrere Male nur halt mit unterschiedlichen Szenarien (mal wurde der Vorposten beschossen und der Verwundete kamerade musste mitm TPz evakuiert werden oder wir musste im Schutze von Rauchgranaten auf den TPz aufsitzen und ausweichen.
In der ersten Nacht musste wie gehabt Alarmposten besetzt sein und es gab auch wieder Alarmübungen aber darin haben wir ja schon Übung ![]()
Spannender war hingegen die zweite Nacht: Wir sollten eine Evakuierungsroute in der Nacht erkunden für die Evakuierung unseres Versorgungslagers, weil die feindlichen Übergriffe überhand genommen haben. Also wurde die erste Gruppe auf die Befohlene Route geschickt und die Zweite Gruppe (der ich auch angehörte) mit 30 min verzögerung als Verstärkung hinterer, falls die erste Gruppe in einen Hinterhalt oder ähnliches gerät. Die herausforderung hier lag in der Orientierung in unbekannten Gelände bei Nacht, aber auch die Müdigkeit und das volle Gepäck machten uns schwer zu schaffen. Nach etwa 6 stunden haben wir dann die 12-15km hinter uns gebracht und das sah man auch jeden von uns an. Trotzdem mussten wir danach noch den Alarmposten besetzten. Der letzte Tag bestand dann nur noch aus zusammenräumen und Verladen der Ausrüstung, Rückfahrt in die Kaserne und dem Waffenreinigen und dann gings auch in den wohlverdiensten Dienstschluss welchen wir auf Befehl des Zugführers in der Kaserne verbringen sollten.
Auf dem Truppenspielplatz
Diese Woche war es mal wieder soweit, unser Zug verlegte wieder für 3 Tage (also 2 Nächte) auf den Truppenübungsplatz Lehnin um dort mal ganz salopp gesagt “Krieg zu spielen”, doch diesmal war auch ich mit von der Partie^^.
Am Dienstag gings los, es wurden mitm Bus, LKWs (sog. “Tonnern”) und dem Transportpanzer “Fuchs” unser Zug samt dem ganzen Krempel rüberkutschiert und es ging dann nach einigen Aufbauarbeiten auch schon los mit dem Hauptprogramm des Aufenthaltes auf dem Truppenübungplatz: Dem Schießen.
Am Dienstag war die Granatpistole dran. Allerdings haben wir nur mit Übungsgranaten geschossen, aber immerhin, sowas erlebt nicht jeder in seinem Grundwehrdienst, stimmts Kappe?
Das Schießen mit der Granatpistole war auch lustig mitanzusehen: Es macht laut “PLOPP!” und dann sieht man nur noch ein orange glühendes Tennisball ähnliches Objekt durch die Gegend fliegen was unter Umständen dann auch noch vom Boden wieder hochspringt. Ziel war es bei diesen Schießübungen Zielatrappen in einer entfernung von 50 bis 200 Metern zu treffen, und wer die Übung nicht gleich besteht, darf nochmal ![]()
Weiterhin stand am dem Tag noch das Gewehrschießen an, aber das ist ja für einen GWDLer nix außergewöhnliches^^
Viel außergewöhnlicher hingegen war die Unterkunft und die Nacht: Wir bezogen ein Haus in einem Gebäudekomplex, der wohl sowas wie ein kleinen Stützpunkt darstellen sollte und näturlich auch gesichert werden sollte. Also stellte meine Gruppe einen Alarmposten, die anderen Beiden Gruppen stellten jeweils die Streife und den Torposten. Es haben jeweils immer zwei Mann zusamen gearbeitet, von denen einer u.a. ein Nachtsichtgerät hatte. Und da sowas ja nicht nur aus Spaß gemacht wird, gabs auch in der ersten nacht schon 2x Alarm. Beim ersten stand ich gerade mit nem Kameraden im Alarmposten, sodass wir nur auf unsere Kameraden warten mussten, die dann angerannt kamen und in ihre vorbereiten Stellungen geflitzt sind. Und dann wurde unter der Leitung unseres Gruppenführers ein imaginärer Feind mit Schreckschussmunition bekämpft. Beim Zweiten Alarm wurde ich zwar aus dem Schlaf geweckt, aber ich hätte eh auch gleich aufstehen müssen weil meine Schicht auch begann. Doch diesmal musste ich mit MG in die Stellung rennen, was die Sache einerseits anstrengender machte, beim Schießen dann aber auch spaßiger wiederrum ![]()
Nacht leichten Schlafdefiziten gings dann auch in den Nächsten Tag. Diesmal stand das MG-Schießen auf dem Programm. Aber nicht nur vom Zweibein haben wir geschossen, sonder auch von der Lafette mit Zielfernrohr auf 1000m und vom “Fuchs” auf 400m. Ob man dabei was traf war aber ne andere Frage ![]()
Beim Lafettenschießen bekam jeder von uns einen Munitionsgurt mit 100 Schuss (der Gurt war gut 1,80 lang^^) der natürlich das MG heiß laufen ließ wurde nicht nur das Rohr gewechselt, sonder auch einfach mal Öl in die Mechanik des Maschinengewehrs gegossen und ich hab jetz noch letzte Ölreste an den Händen vom reinigen dieser versifften Waffe^^
Mit mehreren 1000 Schuss weniger im Munitionsvorrat ging dann auch dieser Tag zuende und es wurde wieder Nacht mit all ihren Späßen ![]()
Diesmal wurde sogar das ganze vertieft, es gab öfter Alarm und unser Zugführer hat sogar das szenario erstellt dass ein LKW am Tor vorbeifuhr und das Tor mit einen Maschinengewehr unter Beschuss nahm (aber nur mit Schreckschussmunition natürlich), endergebnis der Sache war wie immer Alarm.
Nach auch dieser Anstrengenden Nacht stand am darauffolgenden Tag nur noch das aufladen der Ausrüstung sowie die Rückfahrt in die Kaserne im Wesentlichen aufm Programm. Zum Zeitvertreib nebenbei haben uns die Ausbilder Rauchgranaten vorgeführt. Meine Gruppe hatte dann das Glück mit einen unser Gruppenführer sowie den MGs im Laderaum mit dem “Fuchs” schon etwas früher am Donnerstag in die Kaserne zu fahren. Dazu saß der Gruppenführer auf der Kante der Dachluke von anfang an. Ich dachte erst, das hat er nur gemacht um dem Fahrer beim Rangieren zu unterstützen. Als wir dann aber mittlerweile auf der Autobahn waren, saß er immer noch da oben auf der Kante der Dachluke und er hatte sogar noch einen Fuß auf der Kante sodass eine Starke Bremsung ihm zum Verhängnis hätte werden können. Ich und meine Kameraden hingegen saßen vorschriftsgemäß angeschnallt auf den kleinen Sitzen im Laderaum und fühlten uns ein wenig wie in der Sardinendose. Aber damit war das Glück auch vorbei, denn angekommen in der Kaserne durften wir die ziemlich versauten MGs reinigen. Als ich dann aber von den anderen Kameraden die noch dort blieben, erfuhr, dass sie Drillausbildung hatten, war ich dann doch ganz froh schon früher reingefahren zu werden.
Im Großen und Ganzen fand ich die 3 Tage anstrengend, aber sehr spaßig und interessant und es scheint als würden sich meine erwartungen an den Grundwehrdienst zu erfüllen, auch wenn ich hin und wieder mal ne Motivationflaute hab
